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Berge statt Müllberge

Vom BIO Hotel Leutascherhof fällt der Blick ringsum auf majestätische Tiroler Berge mit Wäldern, satten, grünen Almwiesen oder winterlich verschneiten Gipfeln. Wie aber steht es um die Berge, die man nicht sehen kann? Die aus Müll bestehen und sich dezent hinter den Hotels der Ferienregion befinden? Eveline und Christian Wandl haben ihren hauseigenen Müllberg bereits gehörig reduziert. Ein wichtiges Thema dabei ist die Vermeidung von Plastik.

Vom BIO Hotel Leutascherhof fällt der Blick ringsum auf majestätische Tiroler Berge mit Wäldern, satten, grünen Almwiesen oder winterlich verschneiten Gipfeln. Wie aber steht es um die Berge, die man nicht sehen kann? Die aus Müll bestehen und sich dezent hinter den Hotels der Ferienregion befinden? Eveline und Christian Wandl haben ihren hauseigenen Müllberg bereits gehörig reduziert. Ein wichtiges Thema dabei ist die Vermeidung von Plastik.

Einen entscheidenden Schritt haben die beiden BIO Hoteliers vor ein paar Wochen getan, nämlich mit der Umstellung beim Milcheinkauf. Christian Wandl: „Wir haben im Jahr 2018 ganze 3.854 Milchpackungen entsorgt. Ab sofort bekommen wir die Milch ausschließlich in Pfand-Glasflaschen.“ Der Unterschied zum Tetrapack beträgt pro Flasche stolze 22 Cent, hochgerechnet auf die Jahresbedarfsmenge sind das 847 Euro, die die Wandls bewusst mehr ausgeben, um weniger Verbund-Verpackungsmüll zu erzeugen.

Plastik vermeiden – Mehrwert genießen

Es ist ganz klar, dass auch eine Glasflasche Wasser und Energie verbraucht und auch der Transport schlägt zu Buche. Doch der Müllberg wird kleiner – und dafür das Geschmackserlebnis größer. Die Milch der Berchtesgadener Molkerei wird in Demeter-Qualität geliefert und schmeckt großartig, wie Christian Wandl berichtet. Dank des natürlichen Fettgehalts rahmt sie sogar auf, was der leidenschaftliche Kaffeetrinker besonders schätzt.

Bei Seife, Duschgel und Shampoo setzen die Wandls schon längst auf wiederbefüllbare Spender in den Gästebädern. Die kleinen Plastikfläschchen, die in vielen Hotels auf der ganzen Welt angeboten werden, landen nach jedem Gast im Müll – und zwar unabhängig davon, ob der Inhalt überhaupt benützt wurde. „Ein Wahnsinn, was da jeden Tag an Plastikmüll produziert und an Geld verschwendet wird“, erzählt Christian Wandl, der bei diesem Thema nur den Kopf schütteln kann.

Immer und überall: Klarsichtfolie & Co

„Man muss ganz ehrlich sagen, ganz ohne Plastik geht es in einem Hotelbetrieb auch nicht – oder wir haben noch nicht die perfekte Lösung gefunden“, zeigt sich Christian Wandl nachdenklich. Die Verwendung von Klarsichtfolie hat er besonders im Fokus, diese soll drastisch reduziert werden. Natürlich müssen Wurst- und Käseplatten immer frisch aussehen, die Frage ist, was machbar und was auch hygienisch vertretbar ist. Für die Müslischüsseln am Buffet wurden unlängst passende Deckel gefunden, allein da wird bereits täglich ordentlich Klarsichtfolie eingespart.

Zwei Dinge ärgern den BIO Hotelier besonders. Einmal, dass Milchalternativen wie Soja- und Hafermilch nicht im Glas, sondern (noch) ausschließlich im Tetrapack angeboten werden. Zum anderen ist er über die Kleinverpackungen von Lebensmitteln unglücklich: „Wir bekommen zum Beispiel Mozzarella wie im Einzelhandel Stück für Stück in Plastiksäckchen verpackt. Da sollte es andere Lösungen für die Gastronomie geben!“ Bislang war auch die Verpackung des Toilettenpapiers aus Plastik, jetzt wird im BIO Hotel Leutascherhof auf ein Produkt mit Papierverpackung umgestellt und somit wiederum erfolgreich Plastikmüll reduziert.

Aus der BIO Praxis für die Industrie

Dass sich Lieferanten durchaus für die innovativen Ideen der Familie Wandl interessieren, zeigt folgendes Beispiel: In allen öffentlichen Toiletten des Leutascherhofs werden zum Trocknen der Hände Papierhandtücher angeboten. Diese wandern bislang in einen Mülleimer, der mit einem Plastiksack ausgekleidet ist. Muss nicht so sein, dachte sich Christian Wandl und regte bei einem großen Hygieneartikel-Hersteller die Fabrikation von Papiermüllsäcken für Toilettenbereiche an. Klares Statement des Lieferanten: „Das werden wir umsetzen!“

Als Obmann des Tourismusverbandes sind Christian Wandl die jährlich rund 280.000 Gästekarten aus PVC ein Dorn im Auge. Warum können diese Karten, mit denen die Inklusivleistungen der Olympiaregion Seefeld in Anspruch genommen werden, nicht aus Holz gefertigt werden? Man darf gespannt sein, ob diese Anregung bald in die Tat umgesetzt und die ganze Urlaubsregion wieder ein Stück plastikfreier wird.

Müll vermeiden statt Müllberge produzieren

„Wir nehmen alle Bereiche unseres Hotels immer wieder unter die Lupe und schauen, wo wir Müll einsparen können. Dabei sind wir auch schon weit gekommen: Unser Haus mit 120 Betten füllt innerhalb von 14 Tagen nur einen einzigen 500-Liter-Restmüllcontainer. Andere Hotels in unserer Größe machen 24 Container voll – und das jede Woche“, berichtet Christian Wandl nicht ganz ohne Stolz. Trotzdem wollen er und Ehefrau Eveline weiter dran bleiben: „Wir wirtschaften mit unserem Hotel klimaneutral, jetzt wollen wir auch den Müll, vor allem den Plastikmüll, weiter erfolgreich reduzieren!“

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