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Nature Watch mit Naturführer Andreas

Eine Exkursion zum Hochmoor

Naturführer Andreas führt die Gäste des Leutascherhofes einmal pro Woche bei Naturwanderungen zu besonderen Plätzen. Dabei erfahren die Teilnehmer viel über Entstehungsgeschichte, Biologie und ökologische Zusammenhänge sowie über die einzigartigen Naturschätze der Region.

 

Wanderung zum Hochmoor

Naturführer Andreas führt die Gäste des Leutascherhofes einmal pro Woche bei Naturwanderungen zu besonderen Plätzen. Dabei erfahren die Teilnehmer viel über Entstehungsgeschichte, Biologie und ökologische Zusammenhänge sowie über die einzigartigen Naturschätze der Region. Besonders das Hochmoor bei den Katzenlöchern am Weg zur Hohen Munde hat es Naturführer Andreas angetan. Im Sommer ist man im Hochmoor auf 1.100 m barfuß unterwegs, damit man keine Zerstörungen anrichten kann. Moore können nämlich ganz schön alt werden. In diesem Fall ist das Torfmoos bei den Katzenlöchern, bereits 8000 Jahre alt! Es bildet die Hauptvegetation und wächst jedes Jahr rund einen Millimeter. Torfmoos ist wichtig als Wasserspeicher und hat eine hervorragende Funktion als Staubfilter. Die Luft rund um ein Torfmoor hat deshalb eine besonders gute Qualität.

Was ist ein Hochmoor?

Naturführer Andreas baut mit seinen Gästen gern ein Hochmoor nach, um die Entstehung zu erklären. Vor allem Kinder verstehen anhand der plastischen Nachstellung die Zusammenhänge besser. Aber was sind Hochmoore eigentlich? Um das zu erklären, muss man verstehen wie ein Niedermoor entsteht. Moore sind Kinder der Eiszeit. Sie entstehen durch Verlandungen von Gletschern. Diese bilden Mulden mit sehr sauren Böden (pH-Wert bis zu 5) und füllen sich mit Wasser auf. Das Wasser verdunstet und es bildet sich eine Vegetation, die mit dem Grundwasserspiegel verbunden ist. Ein Niedermoor ist entstanden. Später verschwindet die Verbindung zum Grundwasser und die Vegetation ist abhängig vom Niederschlag und der Witterung. Hier spricht man schließlich von einem Hochmoor. Auch Seen werden im Laufe ihrer Entwicklung zu Niedermooren und später zu Hochmooren.

Besonderheiten im Hochmoor

Vom Hochmoor bei den Katzenlöchern ist durch den früheren Torfabbau nur mehr ein kleiner Teil ursprünglicher Teil erhalten. Dieser birgt aber so viele Naturschätze in sich, das sich ein Besuch lohnt. Das beginnt schon bei den Pflanzen. Außer dem Torfmoor finden sich hier 13 Orchideenarten, fünf Liliengewächse, Arnika, Waldhyazinthe, Braunschuh, Knabenkräuter, Bachnelkwurz und ganz besondere Pflanzen wie der Silberwut (eine Pionierpflanze) oder der rundblättrige Sonnentau. Dieser ist ein Fleischfresser! Das Wasserschlauchgewächs findet im Boden kaum Nährstoffe und holt sich diese über gefangene Insekten. Diese werden durch einen Fangschleim festgehalten, vom Blatt eingeschlossen und dann durch Verdauungsdrüsen verwertet. Insekten sind hier aber nicht nur Opfer sondern auch Jäger. Wie zum Beispiel die gerandete Jagdspinne. Sie hält ihre Vorderbeine auf die Wasseroberfläche und spürt die Vibrationen herannahender Beute. So kann sie Wasserinsekten, Kaulquappen und sogar kleine Fische jagen. In Österreich sind nur drei Standorte bekannt, an denen diese seltene Spinne zu finden ist. Die Spinne ist zwar nicht giftig, aber ein Biss kann auch für Menschen sehr schmerzhaft werden. Bei den Insekten sollte man Springschwanz, Rückenschwimmer und die vielen Libellenarten erwähnen. Außerhalb des Insektenreiches sind Bergmolch, Spring- und Grasfrosch, Erdkröte und die seltene Kreuzkröte zu finden. Die Vogelwelt zeigt sich in Form der Gebirgsbachstelze oder des Sperlingskauzes, dem kleinsten Raubvogel. Apropos Größe: Hier kommt auch das Wintergoldhähnchen vor. Der kleinste Vogel Europas mit nur vier Gramm Körpergewicht.

Beim Besuch im Hochmoor bekommt man Einblick in einen ganz seltenen Lebensraum.

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