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Snowfarming – was ist das?

Interview mit Christian Wandl

Snowfarming ist in Wintersport-Orten ein immer häufiger verwendeter Begriff. Leutascherhof-Gastgeber Christian Wandl erklärt, worum es dabei geht und weshalb auch in Leutasch zum ersten Mal Snowfarming betrieben wird...

Lieber Christian, was ist Snowfarming eigentlich? Und seit wann wird es in der Region verwendet?

In Seefeld gab es das Snowfarming drei Winter lang, in Leutasch machen wir es in diesem Jahr zum zweiten Mal. Bei dieser Methode wird der Kunstschnee für eine Loipe im Februar vorproduziert und dann über den Sommer bis zum November unter einer Schicht Holzschnitzel und Planen gelagert, um ihn vor Sonne und Regen zu schützen. Er wird so konserviert und im darauffolgenden Frühwinter für die Loipenpräparation verwendet.

Weshalb wird das gemacht?

Um eine Schneesicherheit auch im Frühwinter garantieren zu können –wenn es eventuell noch nicht kalt genug ist, um genügend Naturschnee für eine Loipe zusammen zu kriegen.

Es kommen immer mehr Profilangläufer und Nationalkader in die Region, um bei uns zu trainieren. Denen muss man einen verbindlichen Termin vorgeben können, unabhängig vom Schneefall.

Wie ist der ökologische Gedanke dahinter?

Das Snowfarming ist eine geschickte Sache und vor allem aus ökologischer Sicht sehr vernünftig. Erstens einmal wird nur eine kleine Strecke damit beschneit, nämlich in Leutasch 1,2 km. 

Zweitens wird der Kunstschnee zu den besten und ressourcenschonendsten Bedingungen hergestellt, nämlich im Februar, wenn es schön kalt ist. Würde der Schnee extra im November zu Beginn der Saison hergestellt, bräuchten wir das Dreifach an Energie dafür! So bleibt der Schnee über den Sommer geschützt und kann dann im Frühwinter aufgetragen werden. Eine innovative und sinnvolle Lösung!

Weshalb gibt es heuer das Snowfarming in Leutasch nach wie vor, nicht aber in Seefeld?

In Seefeld ist die neue Beschneiungsanlage so leistungsstark, dass die Loipen schon in drei kalten Nächten beschneit werden können, das ist dann noch ressourcenschonender.  

In Leutasch haben wir zum zweiten mal einen Snowfarming-Hügel gemacht, dieses Jahr über 15.000m³ und mit unserer neuen Beschneiungsanlage getätigt. Die Erfahrung zeigt, dass ca. 20 % des Schnees  über den Sommer wegschmelzen. Für einen Laufmeter Loipe braucht man 1 m³ Schnee, es sollten also für ca. 1,2 km Loipe genügend Schnee da sein. Somit ist der Start in die Langlaufsaison am 13. Dezember auf jeden Fall gesichert! 

Bei uns in Leutasch wird Snowfarming auf jeden Fall weiter betrieben, da die Voraussetzungen deutlich besser sind als in Seefeld. Wir können zum Beispiel direkt mit dem LKW zufahren und das Hackschnitzel-Heizwerk liegt in der Nähe des Snowfarming-Platzes. Bei uns macht das absolut Sinn!

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