icn_telefon

Wie lebt es sich mit Unverträglichkeiten?

Gratwanderung zwischen Gesundheit und Lebensqualität

Nahrungsmittelintoleranzen sind Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel oder darin enthaltene spezifische Inhaltsstoffe. Etwa zwei bis vier Prozent der Bevölkerung Österreichs und Deutschlands leiden an Nahrungsmittelunverträglichkeiten...

Nahrungsmittelintoleranzen auf dem Vormarsch

Nahrungsmittelintoleranzen sind Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel oder darin enthaltene spezifische Inhaltsstoffe. Etwa zwei bis vier Prozent der Bevölkerung Österreichs und Deutschlands leiden an Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Dabei ist Lactoseintoleranz (Unverträglichkeit von Milchzucker) die häufigste Diagnose. Danach folgen Fructoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit), Histaminintoleranz und Glutenintoleranz. Die Symptome reichen von Hautreaktionen, Beschwerden des Verdauungstraktes, Atembeschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen bis zu Koliken und Nesselsucht. Um wieder eine gute Lebensqualität zu erlangen brauchen Menschen oft viel Kraft und Geduld.

Vom Regen in die Traufe?

Bis zur endgültigen Diagnose braucht es oft viel Durchhaltevermögen. Etliche Arztbesuche, Tests und Selbsttests bringen mit der Zeit Licht in das Dunkel. Danach erhält man eine Liste von Lebensmitteln, die man meiden sollte. Die Umstellung ist oftmals ein gravierender Einschnitt in das Leben, denn alte Gewohnheiten haben von nun an keinen Platz mehr im Leben. Alles wird etwas aufwendiger als früher. Bei Feiern muss man die Verwandten oder Freunde auf das Thema sensibilisieren. Das ist manchmal nicht ganz einfach, wenn man zum Beispiel die eigene Geburtstagstorte ablehnen muss. Im Restaurant hat man dann oft einen Extrawunsch an den Kellner: „Die Sauce bitte weglassen“ oder „Kann ich bitte Salat statt der Beilage haben?“ Ja es stimmt, die Umstellung ist anfangs nicht einfach, aber sie zahlt sich aus!

Wege aus dem Dilemma

Menschen die an Fructoseintoleranz leiden, sollten zum Beispiel Äpfel, Birnen, Trockenfrüchte, Fruchtsäfte oder Trauben meiden. Aber nicht alles was als Obst bezeichnet wurde, ist für Betroffene schlecht! Mandarinen, Nektarinen oder Limetten können meist bedenkenlos gegessen werden. Bei Lactoseintoleranz ist es der Milchzucker, der die Probleme verursacht. Dieser versteckt sich oft in den Zutaten von Brot, Gebäck, Aufstrichen, Wurst, Fertigsuppen, Gewürzen oder Mehlspeisen. Für den Notfall kann man sich in der Apotheke Lactase-Enzympräparate besorgen, die man beim Lactoseverzehr einnimmt. Apropos Apotheke: Auch viele Medikamente enthalten Lactose – am besten immer genau nachfragen! Heutzutage ist der Verzicht auf Milchzucker nicht mehr so schwierig, da es schon eine Menge lactosefreie Milchprodukte oder Alternativen aus Soja, Kokos, Mandeln, Reis oder Hafer auf dem Markt gibt. Je nach Ausprägung der Intoleranz muss man entweder ganz auf milchzuckerhaltige Lebensmittel verzichten oder kann weiterhin kleine Mengen Milchzucker verspeisen. Intoleranzen sind individuell oft sehr unterschiedlich ausgeprägt und sogar von der Tagesverfassung abhängig. Man sollte daher die persönliche Toleranzgrenze genau ausloten. Auch die Histaminintoleranz verändert das gewohnte Leben. Kein Wunder wenn man auf Alkohol, Avocados, Tomaten, Bananen, Himbeeren, Spinat, Pilze und Fisch verzichten muss. Wenn Blähbauch oder sogar Migräne verhindert werden können, ist der Verzicht auf diese Lebensmittel gerechtfertigt. Falls man etwas übersehen hat, hilft in der Regel eine Kapsel mit L-Glutamin, um die Beschwerden wieder zu lindern. Auch mit Glutenintoleranz lässt es sich ganz gut leben. Damit man nicht generell auf Getreide verzichten muss, schließlich gehört das zur Ernährung, sollte man sich an glutenfreie Lebensmittel wie Reis, Hirse, Quinoa oder Buchweizen halten. Diese sind in Reformhäusern, Bioläden und gut sortierten Supermärkten erhältlich. Aber Gluten sind oft kaum erkennbar in Nahrungsmitteln versteckt, deshalb gut hinschauen vor dem Kauf! Am Anfang hilft es sicher, wenn man eine Liste mit allen Lebensmitteln bei sich trägt, die Gluten enthalten können. Ein weiterer Punkt, das gilt übrigens für alle Unverträglichkeiten, ist das Kochen zuhause. Dabei darf man ruhig kreativ werden. Inzwischen gibt es online eine Vielzahl von Rezepten zu jeglicher Art von Unverträglichkeit. Der Genuss muss also nicht auf der Strecke bleiben, im Gegenteil es eröffnet sich den Betroffenen ein ganz neues Geschmacksuniversum.

Fazit: Auch mit Unverträglichkeiten kann man gut und genussvoll leben.

Zurück zum Magazin
Buchung schließen