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2020/2021

Das Leutascherhof Weinbuch

DIE VIELFALT ÖSTERREICHISCHER BIOWEINE

 

Eveline Wandl ist längst über die Gipfel der Tiroler Berge hinaus bekannt. Die leidenschaftliche Diplom-Sommelière erklärte unlängst sogar in einem Hamburger Studio via Podcast, was die „Berggitsch’n“ sind. Und sie hat noch viel mehr zu erzählen, deshalb arbeitet sie daran, die Leutascherhof Weinkarte in ein spannendes Weinbuch zu verwandeln.

Liebe Eveline, stimmt es, dass die Angebotsvielfalt an österreichischen Bio-Weinen im Leutascherhof einzigartig ist?

Ja, das stimmt definitiv. Ich kenne kein anderes Hotel, das so viele österreichische Bio-Weine auf der Karte hat wie wir. Einerseits ist das klar, dass wir als BIO Hotel ausschließlich biologisch zertifizierte Weine anbieten. Andererseits haben wir es immer kritisch gesehen, wenn Bio-Weine einen ungünstigen CO2-Abdruck haben, weil sie aus fernen Ländern stammen. Weine aus Südafrika, Australien oder Kalifornien sind dann zwar biologisch, aber ökologisch für uns nicht vertretbar. Im ersten Jahr nach meiner Ausbildung war die Weinkarte noch international, dann haben wir aber entschieden, konsequent auf Flug- und Schiffsware zu verzichten, denn diese weiten Wege passen für uns nicht zum Bio-Gedanken. Seitdem sind 80 Prozent der Weine auf unserer Karte aus Österreich, die anderen 20 Prozent kommen aus Südtirol, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Deutschland.


Was unterscheidet die Leutascherhof Weinkarte von anderen?

Wir listen die angebotenen Weine nicht nur auf, sondern geben auch umfangreiche Informationen dazu. Die Weine werden als vegan, histaminarm und bezüglich der Erzeugung gekennzeichnet, etwa, wenn sie aus Demeter-Anbau stammen. Jeder Wein wird probiert, bevor er in die Karte aufgenommen wird. Das gilt auch für unterschiedliche Jahrgänge eines Weins: neuer Jahrgang, neue Verkostung, neue Beschreibung! Jeder Jahrgang ist anders. Natürlich stütze ich mich auch auf die Beschreibung der Winzer, nütze aber mein erworbenes Wissen und die jahrelange Praxis, um mir selbst ein Bild zu machen.


Das heißt, wenn du mir einen Wein zum Essen empfiehlst, dann hast du diesen schon probiert?

Ja, genau, das heißt es. Wie soll ich die Intensität der Farbe und Blume einschätzen, die Wirkung am Gaumen und den Abgang beschreiben, wenn ich es nicht selbst erlebt habe? Bei der Weinempfehlung gilt: Grau ist alle Theorie, man muss es schon selbst ausprobiert haben! Im Herbst arbeite ich rund fünf bis sechs Wochen an der neuen Weinkarte. Jede Woche kommen Weinhändler mit 10 bis 20 Weinen, die ich verkoste und für mich bewerte. Dann entscheide ich, was in die Karte kommt und was nicht.


Das stelle ich mir ja sehr genussvoll vor – tagelang Weine verkosten!

Das kannst du dir schon so vorstellen, es ist auch eine genussvolle Tätigkeit. Dabei muss ich aber sehr konzentriert vorgehen und meine Sinne immer wieder schärfen. Farbe, Geruch, Geschmack und die Kombination aller Sinneseindrücke stellen große Herausforderungen an meine Wahrnehmung. Das ist kein fröhliches Gelage, sondern ähnelt eher der Arbeit in einem Labor. Dazu überlege ich, mit welchen Speisen der jeweilige Wein korrespondiert. So kann ich anschließend guten Gewissens und mit Überzeugung Weinempfehlungen für Gäste aussprechen.


Die Weinkarte soll jetzt ein Weinbuch werden – was genau planst du da?

Als Diplom-Sommelière und echte Weinliebhaberin kenne ich viele Geschichten zum Thema Wein – und ich kenne die Story jedes einzelnen Weines auf der Karte. Es gibt so viele Faktoren, die den Charakter eines Weins bestimmen: die Lage, das Klima, die Bodenbeschaffenheit und nicht zuletzt die Kellertechnik. Das Endprodukt ist immer ein Kind seiner Umgebung und der liebevollen Pflege, die es erfährt. Im Weinbuch werde ich Wissenswertes und Witziges zum Thema erzählen. Ich gebe Tipps zur Speisenbegleitung, erzähle etwas über die richtige Serviertemperatur und erkläre zum Beispiel, wann man Wein als vegan bezeichnen darf. Unser neues Weinbuch ist eine Weinkarte mit Mehrwert – zum Schmökern, Staunen und auch Lernen. Das Thema Wein wird umso interessanter, je mehr man sich damit beschäftigt. Die Welt zwischen Rot und Weiß ist vielfältig und mittlerweile sogar Orange – da gibt es so viele tolle Geschmacksvarianten zu entdecken. Ein Leben reicht gar nicht aus!


Thema Mehrwert: Werdet Ihr weiter Projekte Wein & Naturpark Karwendel initiieren?

Ganz klares Ja! Mit dem Projekt „Lebensbäume“ unterstützen wir mit fünf Euro pro verkaufte Flasche den Erhalt von Totholzbäumen. Spechte und Eulen sind auf diese Bäume angewiesen und wir werden dieses Projekt bis 2021 fortsetzen. Dann gibt’s genug Bäume für unsere Waldvögel und wir werden eine neue Kooperation mit dem Naturpark Karwendel umsetzen. Da sind wir derzeit noch in der Planung. Wein trinken und dabei der Natur etwas zurückgeben – es war nie einfacher und geschmackvoller, etwas Gutes zu tun!


Liebe Eveline, wie können Gäste auch zu Hause von der österreichischen Weinvielfalt profitieren? Kann man Weine bei dir bestellen?

Sehr gerne! Wir haben die „Lebensbäume“-Weine schon bisher versendet und bieten Gästen und Weinliebhabern die Zustellung einer Lieblingsauswahl an. Ich berate Interessierte persönlich und stelle dann die gewünschte Auswahl zusammen. Wir versenden im Karton ab sechs Flaschen nach Österreich und nach Deutschland. Dazu ein wichtiges Detail für Bestellungen aus Deutschland: Wir versenden diese zum deutschen – und damit günstigsten – Posttarif!


Jetzt direkt mit Eveline Wandl Kontakt aufnehmen und Lieblingsweine bestellen:
E-Mail: infoleutascherhofat

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